Medientipps

Inzwischen gibt es ein breites Angebot an Büchern und anderen Medien rund um das Thema „Prävention von sexualisierter Gewalt“: Fachliteratur für Pädagogen und Verantwortliche auf der Leitungsebene von Schulen und Kindertageseinrichtungen ist dabei, aber auch zahlreiche Bücher, Bilderbücher, CDs und sonstige Medien, die direkt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden können. Auch engagierte Mütter und Väter finden in den hier zusammengestellten Medienlisten zahlreiche Anregungen, wenn Sie mit ihrem Kind über Gefühle, Geheimnisse und Grenzen sprechen möchten.

Medienliste von Zartbitter e. V.

Als überregionale Fachberatungsstelle hat Zartbitter e. V. es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Organisationen und Institutionen zu beraten. Zu Veröffentlichung dieser Website zum Thema Prävention hat Ursula Enders eine Liste mit Literaturempfehlungen zusammengestellt. Sie enthält Hinweise auf grundlegende Beiträge der Fachliteratur, aber auch auf Kinderbücher, Spiele und Arbeitsmaterialien.

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Medienliste aus dem Donna Vita Verlag

Der Fachverlag Donna Vita hat sich auf pädagogische und therapeutische Bücher und sonstige Medien zum Themenbereich „Prävention von sexualisierter Gewalt“ spezialisiert und wurde von zwei Sozialpädagoginnen gegründet.
In dieser Liste finden Sie speziell zusammengestellte Literaturempfehlungen für Erziehende in Kindergarten und Grundschule sowie für engagierte Eltern.

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Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e. V.

Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e. V. ist ein Zusammenschluss katholischer Verbände sowie jugendpastoraler Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen. Ihr gehören die nordrhein-westfälischen (Erz-) Bistümer Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn sowie die fünf Diözesan-Caritasverbände an.
Mitglieder sind außerdem einige bundesweit tätige Verbände und Organisationen. Zur Landesarbeitsgemeinschaft gehören auch interessierte Einzelpersonen als persönliche Mitglieder. Das Ziel ist es, den Kinder- und Jugendschutz in Kirche und Gesellschaft zu fördern. Grundlage des Engagements bildet das christliche Welt- und Menschenbild.

Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e. V. gibt eine Fachzeitschrift heraus: THEMA JUGEND. Diese Zeitschrift erscheint viermal im Jahr und richtet sich vorrangig an Fachkräfte aus Jugendschutz und Erziehung.

  • Heft 1/2008    Grenzüberschreitung (Download pdf)
    Themen: Sexuelle Übergriffe Minderjähriger erkennen – Arbeit mit jungen Sexualtätern in geschlossener Unterbringung – Hilfe für jugendliche Sexualtäterinnen
  • Heft 2/2004    Missbrauchtes Vertrauen (Download pdf)
    Themen: Sexuelle Übergriffe in Institutionen – Sexuelle Gewalt in der Behindertenhilfe – Sexualpädagogik im beruflichen Alltag

Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft sind u.a.:

  • Veröffentlichung themenbezogener Materialien wie z.B. die Broschüre „Kinder schützen“, gemeinsam herausgeben mit dem BDKJ
  • Fachveranstaltungen, Beratung und Begleitung von Fachkräften bei der Entwicklung eigener Präventionskonzepte
  • Moderation des „Runden Tischs für Gewaltprävention im Jugendverband“, der von verschiedenen nordrhein-westfälischen Jugendverbänden (u.a. DPSG, KJG, BDKJ NRW) am 4. Mai 2010 in Essen gegründet wurde


Literaturliste von Innocence in Danger e. V.

Der Verein Innocence in Danger e. V. ist als weltweite Bewegung gegen sexuellen Missbrauch von Kindern engagiert und kümmert sich insbesonders um Aufklärung und Prävention von pornografischer Ausbeutung von Kindern und der Verbreitung von Kinderpornographie durch die neuen Medien. Zum Thema Kinder und deren Umgang mit den neuen Medien hat Annette Haardt-Becker Literaturempfehlungen für Erwachsene und Kinder zusammengestellt.

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Filme zum Thema „sexueller Missbrauch bzw. sexuelle Gewalt“

 

Die hier angeführte, exemplarische (Kurz-)Spiel- und Dokumentarfilmliste basiert auf Empfehlungen der diözesanen AV-Medienstellen, die diese Medien verleihen. Die kirchliche Medienverleihstelle in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website www.katholisch.de.

Bei einzelnen Titeln sind auch die direkten Bezugsadressen zu den Einrichtungen angegeben, wo diese Medien käuflich erworben werden können. In jedem Fall aber können kirchliche und staatliche Medienstellen bei der Auswahl und für den Einsatz geeigneter Titel behilflich sein.

(Kurz-)Filme eignen sich hervorragend dazu, in komplexe Themen wie sexuelle Gewalt audio-visuell ganzheitlich und erfahrungsorientiert einzuführen. Medien in Bildungsprozessen stehen nie für sich allein, sondern eröffnen und vertiefen dialogisch Lern- und Erfahrungsprozesse. Daher sollte nach jeder Filmsichtung Raum für Gespräche sein, um individuelle Eindrücke zur Sprache und in größere Erkenntniszusammenhänge bringen zu können.

Abgehauen
D 1994, 30 Min., Kurzspielfilm
Zu beziehen bei www.filmwerk.de

Lotte kann’s nicht glauben: Ihre Schulkameradin Vanessa steht in der Zeitung! Eine Suchmeldung. Später in der Schule zerbricht sich die ganze Klasse den Kopf, warum Vanessa wohl abgehauen ist. Eine Kritzelei auf ihrem Schreibtisch entpuppt sich als Wichtiges Indiz. „Go off my way!“, steht da. Lotte und Ömür sind schließlich auf der richtigen Spur, aber Vanessa hält sich versteckt.
Ab 12 Jahren


Chatgeflüster
D 2008, 45 Min., Kurzspielfilm
Zu beziehen bei www.filmwerk.de

Die 14-jährige Julia lernt beim Chatten Max, der den Nickname „FlotterOtter“ benutzt, kennen. Eines Tages will Max, dass Julia sich vor der Webcam für ihn auszieht. Julia bricht daraufhin sofort den Kontakt ab, aber Max findet Julias Adresse und Telefonnummer heraus und belästigt sie weiter. Kommissar Meiniger wird eingeschaltet und kann in letzter Sekunde verhindern, dass Julia Opfer des Pädophilen wird.
Ab 10 Jahren

 

Die unbarmherzigen Schwestern (The Magdalene Sisters)
Peter Mullan, GB/Irland, 2002, 119 Min., Spielfilm, Drama

Vier junge irische Frauen werden in den 1960er-Jahren wegen geringfügiger Vergehen, die die Sexualmoral der Verwandten zu beschmutzen drohen, in ein von Magdalenen-Schwestern geführtes Erziehungsheim gesteckt. Jahrelang müssen sie dort unter großen seelischen und körperlichen Qualen in einer Wäscherei schuften. Nur die wenigsten überstehen dies ohne bleibende Schäden. Eine nach authentischen Zuständen erzählte Geschichte, die subjektiv aus der Perspektive der gefangenen Mädchen erzählt, dadurch ein eindeutiges Feindbild schafft, mit dem aber weniger die Kirche gemeint ist als der betreffende Orden und die restriktive Gesellschaft, die ihn instrumentalisiert.
Themen: Unterdrückung, Gewalt, Erniedrigung, Menschenrechte, Sexueller Missbrauch, Macht
Ab 14 Jahren

 

Die Zehn Gebote – Folge 2: In Gottes Namen
„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht“
Deutschland 2009, 29 Minuten, ein Film von Catharina Gilles (HR)
Zu beziehen bei www.filmwerk.de

"Du bist eine Strafe Gottes " - dieser Satz ihrer Mutter hat sich bei Anna eingebrannt. Für ihre Eltern, ihr Leben lang in freikirchlichen Gemeinden aktiv, ist Züchtigung selbstverständlicher Teil der Erziehung. Der Gott aus Annas Kindheit war ein strafender Gott, die Eltern seine Werkzeuge. Jahrelang musste Anna Gewalt und Missbrauch durch ihren Vater ertragen. Niemandem konnte sie sich anvertrauen. Erst durch jahrelange Therapie hat sie die Erlebnisse ihrer Kindheit aufarbeiten und darüber sprechen können. Das Zweite Gebot warnt davor, Gott und Religion und damit religiöse Praktiken zu missbrauchen und Macht über andere Menschen auszuüben.
Schlagworte: Bibel, Dekalog, Normen und Werte, Religiöse Erziehung, Misshandlung, sexueller Missbrauch, Fundamentalismus, religiöser Fanatismus
Ab 16 Jahren


Eine gewisse Art von Tod. Leben nach einer Vergewaltigung
D 1999, 34 Min., Fernsehdokumentation

Eine Produktion im Auftrag des WDR, Köln. Das Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden – was bedeutet das? Vorgestellt wird eine junge Frau, die vor etlichen Jahren vergewaltigt und brutal misshandelt wurde. Sie berichtet über dieses furchtbare Erlebnis und über die schrecklichen Erinnerungen, die sie bis heute noch immer bedrängen. Sie spricht aber auch über die Hoffnung und Zuversicht, dieses traumatische Erlebnis einmal bewältigen zu können.
Ab 14 Jahren


Gewalt auf meiner Haut
D 1996, 30 Min., Dokumentarfilm

Vier von sexuellem Missbrauch in der Kindheit betroffene Erwachsene, drei Frauen und ein Mann, berichten vor der Kamera, wie sich ihr Leben durch die angetane Gewalt verändert hat. Die Auswirkungen des Missbrauchs beeinträchtigen ihr Leben heute noch. Es zeigt sich, dass die Opfer ihr erschüttertes Selbstbewusstsein nur dann wiedererlangen, wenn sie Vertrauen zu sich selbst und zu anderen Menschen gewinnen. Der Film unterstreicht nachdrücklich, dass dies jedoch ein schwieriger und langwieriger Prozess ist.
Ab 14 Jahren


Häschen in der Grube
Hanna Doose, D 2004, 11 Min., Kurzspielfilm
Zu beziehen bei www.filmwerk.de

Eine ganz normale Familie an einem ganz normalen Tag, so scheint es. Doch für den zwölfjährigen Markus ändert sich an diesem Tag alles, als er entdeckt, dass sein Vater seine kleine Schwester sexuell missbraucht.
Schlagworte: Kindesmisshandlung, Sexueller Missbrauch, Erziehung, Familie, Anerkennung, Geschwister
Ab 14 Jahren


Kinder-Kummer
Norwegen 1987, 7 Min., Animationsfilm
Zu beziehen bei www.filmwerk.de

Ein Animationsfilm über den sexuellen Missbrauch von Kindern, erzählt aus der Perspektive des betroffenen Mädchens Anne: Der Film ist über uns alle, über alle Kinder, egal, wie wir sind. Und es ist ein Film über Kummer...
Ab 6 Jahren


Krystina
D 2004, 11 Min., Kurzspielfim

Ein junges Mädchen spielt eben noch mit anderen Kindern auf der Straße einer trostlosen Vorstadt. Plötzlich wird es ins Haus gerufen und geschminkt, während schon ein Mann auf  das Kind wartet. Ein Filmspot gegen Kinderprostitution und sexuellen Missbrauch, in Auftrag gegeben vom Diakonischen Werk.
Ab 16 Jahren


Postcard to daddy
Michael Stock, D, 2010, 85 Min., Dokumentarfilm

Michael Stock wurde als Kind sexuell missbraucht, jahrelang – von seinem eigenen Vater. 25 Jahre später ist er noch immer auf der Suche nach innerem Frieden. Mit der Kamera besucht er seine Mutter und seine Geschwister. In Gesprächen, eigenen Erzählungen, Familienfilmen und Ausschnitten aus Michaels Projekten entsteht ein Bild seines Lebens. Mit ungeheurer Intensität wird spürbar, wie sehr das Trauma seiner Kindheit alles überschattet. Trotz des unfassbaren Dramas aber ist der Film nicht von Hass geprägt, sondern von überraschender Hoffnung und Liebe zum Leben. Michael Stock will nicht anklagen, sondern verstehen. Als er und sein Vater fast gleichzeitig einen Schlaganfall haben, will Michael nicht die womöglich letzte Chance verpassen. Mit der Videobotschaft – der „Postkarte an Daddy“ – im Gepäck besucht er das erste Mal nach Jahren seinen Vater und konfrontiert ihn vor laufender Kamera.
Schlagworte: Sexueller Missbrauch, Familienbeziehung, Biographie
Ab 16 Jahren



SAG NEIN

Alice Schmid, CH, 1993/2008, 29 Min., F, Dokumentarfilm

Ein Kinderfilm zum Thema sexueller Missbrauch. "Hast du das auch schon erlebt? Jemand berührt dich, und du hast ganz unangenehme Gefühle. Aber du wagst nicht, Nein zu sagen." Der Film mit dem Titellied "Nein, ich sag Nein" hilft Kindern, über ihre Gefühle zu reden.
Ab 8 Jahren


Trau Dich
Hans-Peter Meier, D 2001, 25 Min., f., Kurzspielfilm
Produziert vom FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht

Die Handlung des Films beginnt und endet mit dem Tag der Premiere in einem Kinderzirkus. Die zehnjährige Lena schreibt in ihr Tagebuch. Sie erzählt von ihrer Freundin Sophie, von Alex, von der tatkräftigen "Hexe" und all den anderen Zirkusleuten. Heute sei ihr schönster Tag, seit sie im Zirkus ist! Vor einem Jahr habe alles sehr traurig ausgesehen. In einer langen Rückblende berichtet sie von den vergangenen Geschehnissen - von Gerd, Vaters bestem Freund, der ihr bei den Nachhilfestunden plötzlich viel zu nah kam, von ihrer Einsamkeit und ihrer Verzweiflung darüber, dieses schreckliche Geheimnis nur ihrem Tagebuch anvertrauen zu können. Doch zum Glück gab es da Freunde, die "die Sache" beim Namen nannten: sexueller Missbrauch!
Schlagworte: Kindesmissbrauch, Identität, Freundschaft, Vertrauen, Verantwortung
Ab 8 Jahren


Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris
D 2009, 81 Min. Dokumentationsfilm
Zu erwerben bei Jan Schmitt

Eine Frau wird tot aufgefunden. Sie liegt wie aufgebahrt in ihrem Bett, die Haare gekämmt, die Lippen geschminkt. Ein Schock, sie hat sich selbst vergiftet. Ein Freitod, frei gewählt und doch nicht freiwillig. Februar 1996. Elf Jahre später kommt der jüngste Sohn der Frau einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, das mehr mit seinem eigenen Leben zu tun hat als ihm lieb ist. Es geht umein Verbrechen, das in vielen Familien passiert, um Schuld, um kirchliche Macht und das Schweigen als höchstes Gebot.
Ab 12 Jahren


Wenn Kinder töten
D 1996, 98 Min., Spielfilm

Nicolas und Eva – beide 15 Jahre alt – sind Außenseiter in der Schule. Beide tragen ein furchtbares Geheimnis mit sich herum: Nicolas wird von seinem Vater sexuell missbraucht; Eva von ihrer jähzornigen Mutter oder deren neuem Liebhaber, einem Polizisten, verprügelt. Vorsichtig freunden Nicolas und Eva sich an und vertrauen sich ihr Geheimnis an. Beide sind so verzweifelt, dass Eva nur einen einzigen Ausweg sieht und Nicolas einen Pakt vorschlägt: Sie wird seinen Vater töten, wenn er ihre Mutter umbringt. Nicolas geht darauf ein, nimmt das Ganze aber nicht ernst, bis Eva ihren Teil des Paktes erfüllt und er nachziehen soll… Spielfilm nach dem Sachbuch „Wenn Kinder töten“ von Paul Mones.
Ab 14 Jahren

 

 

Filmpaket 

Das Katholische Filmwerk hat ein Filmpaket zum Thema Prävention von sexualisierter Gewalt zusammengestellt, das auf den Empfehlungen der diözesanen Medienstellen basiert. Es umfasst sowohl Kurzfilme für den präventiven Einsatz mit Kindern und Jugendlichen als auch Dokumentationen über die Aufarbeitung erlittener sexualisierter Gewalt.

Das DVD-Paket mit sechs Filmen ist für öffentliche Vorführungen in Informationsveranstaltungen, Seminaren und Unterrricht lizensiert und enthält Arbeitshilfen zu den jeweiligen Titeln.

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