Fachtagung – 16. November 2012

Deutsche Bischofskonferenz organisiert Fortbildungstagung für kirchliche Mitarbeiter zum Thema „Opfergerechter Umgang mit Tätern“ 


Mit einer weiteren Fortbildungstagung hat die Deutsche Bischofskonferenz ihre Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen im kirchlichen Bereich fortgesetzt. Im Katholisch-Sozialen Institut in Bad Honnef trafen sich am 16. November 2012 dazu mehr als 100 Teilnehmer zum Thema „Opfergerechter Umgang mit Tätern“. Zielgruppe der Veranstaltung waren Generalvikare, Personalverantwortliche sowie Missbrauchs- und Präventionsbeauftragte im kirchlichen Bereich.

Nach einer Einführung in das Thema durch Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich, gaben die Referenten Msgr. Edward J. Arsenault (Präsident des Saint Luke Institute Silver Spring in Washington/USA), Prof. Dr. Norbert Leygraf (Direktor des Instituts für Forensische Psychiatrie der Universität Duisburg-Essen), Monika Egli-Alge (Forensisches Institut Ostschweiz in Frauenfeld/Schweiz) und Diplom Psychologe Dr. Ulrich Kobbé (Institut für subjektpsychologische Wissenschaften, interdisziplinäre Forschung & institutionelle Therapie iwifo in Lippstadt) den Teilnehmern einen Überblick zu aktuellen Fragestellungen und Erkenntnissen im opfergerechten Umgang mit Tätern.

„Selbstverständlich müssen wir uns zunächst um die Opfer kümmern, sind aber auch verpflichtet, uns mit den Tätern und ihrem Verbleib auseinanderzusetzen – nicht zuletzt unter Wiedereingliederungs- und Rückfallgesichtspunkten sowie vor dem Hintergrund der Rechte eines jeden Menschen. Unsere langfristige Arbeit mit sexuellen Missbrauchstätern aus dem kirchlichen Umfeld ist eine herausfordernde, aber notwendige Arbeit“, so Msgr. Edward J. Arsenault. „Ein Behandlungsprogramm muss sowohl die verhaltens- und psychodynamische Perspektive, aber auch die kirchlich spirituelle Dimension eines Täters berücksichtigen“, sagte Arsenault und unterstrich dabei auch die Bedeutung eines länderübergreifenden Austauschs.

Die Teilnehmer diskutierten gemeinsam mit Fachexperten in Workshops über unterschiedliche Aspekte wie einen angemessenen Umgang mit Tätern, deren Bestrafung und Verbleib im kirchlichen Dienst, eine mögliche Gefahrenminimierung, die Verantwortung der Kirche sowie den Umgang mit Tätern in Öffentlichkeit und Medien. „Es geht darum, für die kirchlichen Verantwortlichen Handlungsmöglichkeiten zu einer Problematik aufzuzeichnen, zu der es bisher keine fest vorgezeichneten und positiv bewährten Konzepte gibt. Die zurückliegenden Monate haben gezeigt, dass wir uns gezielter als bisher auch der Frage zuwenden müssen, wie wir mit Priestern verfahren, die zu sexuellen Missbrauchstätern geworden sind“, erklärte Bischof Ackermann. „Diese Tagung gibt uns einerseits einen Zuwachs an Perspektiven für diese besonders schwierige Problematik, andererseits auch eine Schärfung der Position, die wir zukünftig als katholische Kirche in Deutschland insgesamt einnehmen wollen.“

Im Sommer 2010 hat die Deutsche Bischofskonferenz die „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ herausgegeben und unmittelbar danach eine Rahmenordnung Prävention verabschiedet, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Ordensobernkonferenz erarbeitet wurde und sich an alle richtet, die in Diözesen, kirchlichen Institutionen und Verbänden in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind. Beide Dokumente wurden für zunächst drei Jahre in Kraft gesetzt und werden dann einer Überprüfung unterzogen.

Die Planung der Tagung in Bad Honnef erfolgte mit fachlicher Beratung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und  vernachlässigung e. V. (DGfPI).



Fachtagung - 12. November 2010

© KNA-Bild

„Prävention von sexualisierter Gewalt: Katholische Schulen und Internate in der Verantwortung“

 

Eine Kooperationsveranstaltung der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz, der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e. V. sowie des Erbacher Hofs, Akademie des Bistums Mainz.

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung vom 12.11.2010

Hinweis: Unten können Sie sich die Vorträge der Referenten herunterladen.

Veranstaltungsort:  Erbacher Hof, Akademie des Bistums Mainz, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz

Für wen?  LeiterInnen diözesaner Schulabteilungen, Ordensobere, deren Gemeinschaft Trägerin einer Schule ist, DirektorInnen von Schulstiftungen und sonstige Trägerverantwortliche

Beschreibung:
Eine zentrale Konsequenz aus den Erfahrungen der letzten Monate besteht in dem Aufbau einer systematischen Präventionsarbeit sowie in der Umsetzung und dem Ausbau bereits vorhandener guter Präventionskonzepte.

Die Fachtagung richtete sich an Trägerverantwortliche für katholische Schulen und Internate, um sie bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu unterstützen. Neben wichtigen Grundlagen und Fakten zum Thema „Sexualisierte Gewalt“ wurden institutionelle Strukturen erläutert, welche die Ausübung sexualisierter Gewalt erschweren. Darüber hinaus hat die Tagung zahlreiche Anregungen, Hinweise und Beispiele für die spezifische Präventionsarbeit an Schulen und Internaten geben.

Referenten

 

Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn)
Vorsitzender der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz
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Dr. Dirk Bange
Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg
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Ursula Enders, Diplom-Pädagogin
Zartbitter e.V., Köln
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Ulli Freund, Diplom-Pädagogin
Strohhalm e.V., Berlin
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Prof. Dr. Mechthild Wolff
Hochschule Landshut
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Dr. Bettina Janssen
Geschäftsführerin des Büros des Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger, Bonn
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Weitere Informationen zum Programm finden Sie im Flyer zur Veranstaltung.
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